Meditation statt negativer Autopilot! Oder: Glaubst du alles, was du denkst?

03/02/2018 4 min read

Meditation statt negativer Autopilot! Oder: Glaubst du alles, was du denkst?

03/02/2018 4 min read
Meditation Dies ist das Titelbild des Artikels über Meditation auf dem Life Kicks Blog

Achtung, Achtung: Vollsperrung im Kopf! “Ich muss mehr schaffen! Kann ja eh nix. XY klappt bestimmt nicht.” Lange war das mein Autopilot. Bis ich mich hingesetzt habe, um zu atmen. Und mir selbst mal zuzuhören… Wie Meditation hilft, destruktive Gedanken zu erkennen? Das erfährst du hier.

Unser Gedankencocktail - Eine Portion Selbstbetrug auf Eis!

„Wieso hat sie nicht angerufen? Was, wenn sie sauer auf mich ist? Ach, ich bin eh ein Versager.  Sie ist sauer. Ich muss mich mehr anstrengen. Was, wenn ich das nicht hinbekomme? Hey, wieso guckt der so. Wie? Seh ich so sch… aus? Ja verdammt, ich seh total besch… aus!“ 

Für uns scheint es meist selbstverständlich, unseren Gedanken zu glauben. Wenn wir denken: „Alles ist doof“, dann ist alles doof. Darüber machen wir uns also keinerlei Gedanken (na, könnt ihr mir noch folgen? Hilfe, Logikknoten!). So schaffen wir unsere Realität. Wir unterscheiden nicht zwischen einzelnen Gedanken, Emotionen und Bewertungen. Eingebrannt ins Hirn, abgespeichert. Wie Bruce Darnell sagen würde: “Das ist DER Wahrheit!”

Echt doof wird es, wenn sich vermehrt negative Gedanken unter unserer Hirnrinde breit machen. Der (ups, sorry Bruce!), DIE Wahrheit wird zu einem toxischen Cocktail: Er vergiftet unseren Selbstwert, unser Mitgefühl für uns und andere, unsere Wünsche, unsere Hoffnung. Solch destruktive Gedanken lassen uns unsere Stärken und Möglichkeiten vergessen. Stattdessen navigieren wir im passiven “Alles kacke, aber ist so”-Modus durch unser Leben.

Wie können wir nun diesen Autopilot negativer Bewertungen runterfahren? Und wie erkennen wir diese destruktiven Gedanken überhaupt?

Wie funktioniert mein Autopilot? Das ABC-Schema

Erkenne deine Gedanken! Natürlich fallen negative (als auch positive) Gedanken nicht vom Himmel. Laut dem sogenannten ABC-Schema steht am Anfang eine Situation (engl. activating event). Diese löst einen Gedanken (belief) aus und der Gedanke wiederum ein Gefühl (consequences). Heißt: Du bist nicht, was du denkst! Wir interpretieren direkt Überzeugungen in eine Situation. Einfaches Beispiel:

Meditation lernen. Hier sehen sie eine Infografik zum ABC Schema

Dein Kumpel, deine Kumpeline sagen eure Verabredung ab. Du denkst: „Na toll, der/die hat keinen Bock auf mich! Ich bin echt ein Loser. Mein Leben ist uncool. Mit mir will keiner abhängen. End of story.“ Du fühlst dich traurig oder wütend. Du ziehst dich komplett zurück. Oder du sinnst sogar auf Rache. Ja ok, eine Absage erklärt nun wahrscheinlich nicht deinen Dauerstress oder dein gesamtes unglückliches Leben. Denke aber mal an Situationen, in denen du überzeugt warst bzw. bist,

  • etwas nicht zu können
  • etwas nicht zu dürfen
  • etwas machen zu müssen
  • dass etwas nicht klappen wird

Wieso glaubst du daran? Was ist deine Begründung?

Die Good News sind: Wir können unsere toxische Dauerschleife negativer Bewertungen durchbrechen. Das Master Tool: Unser Bewusstsein! Das Teil kann was. Und wie zapfen wir es an? Mittels Meditation!

Atmen für Anfänger: Meditation und Achtsamkeit

Soviel vorweg: Meditation ist weder Religion noch Hokuspokus! Meditation ist eine Technik, um dein Bewusstsein  bzw. Wahrnehmung zu schulen. Deine Gedanken anzuschauen. Die Techniken sind vielfältig, ebenso die Ziele: Neben innerer Ruhe und Fokus kann Meditation auch auf Mitgefühl und Motivation ausgerichtet sein.

Ich habe vor zwei Jahren ganz simpel mit der englischsprachigen App Headspace angefangen. Eine tolle deutschsprachige Alternative ist 7Mind

  • Aktiv: Fokus auf eine Wahrnehmung, z.B. auf Atem, Körperposition, einzelne Körperteile (Bodyscan)
  • Passiv: Gedanken bewusst freien Lauf lassen
  • Geführt: Anleitung durch einen Sprecher sind anfangs sehr hilfreich. Anweisungen wie das Zählen der Atmung machen es einfacher, sich auf nur eine Sache zu konzentrieren.

Im Endeffekt kannst du überall und immer achtsam meditieren. Halte im Alltag inne. Konzentriere dich einmal ganz auf deine Sinne und dein Tun:

  • Unter der Dusche: Wie fühlt sich das Wasser auf deiner Haut an? Wie riechen dein Seife, dein Duschgel?
  • In der Küche: Spüre den Schwamm beim Abwaschen zwischen deinen Fingern. Wie fühlt er sich an?
  • Stehen und Gehen: Spüre deine Füße auf dem Boden oder beim Gehen. Wie stehst du? Wie ist dein Gang? Schnell, langsam? Große oder kleine Schritte?
  • TIPP: In MBSR-Kursen (Mindfulness Based Stress Reduction) kannst du easy Achtsamkeitsübungen für deinen Alltag lernen. Die meist 8-wöchigen Kurse werden von vielen Krankenkassen bezuschusst. Mehr Infos bietet beispielsweise der deutsche MBSR-Verband.
Wenn du plötzlich abschweifst: Da ist ein Gedanke! Schau ihn dir an. Nimm ihn wahr. Ganz neutral. Und dann lass ihn weiterziehen. Als ständest du am Seitenstreifen einer Autobahn. Der Gedanke fährt an dir vorbei. Auf dem Beifahrersitz: Deine Angst, dein Neid, dein Selbstbetrug. Adios Amigos!

Fazit

Oft merken wir gar nicht, dass wir uns selbst destruktive Gedanken einreden. Etwas wird sowieso nicht klappen. Wir sind nunmal doof, hässlich, unwichtig, langweilig, weil das einfach so ist. Und immer so war.

Schluss damit, sag ich dir! Glaub nicht alles, was du denkst! Versuche stattdessen, deinen negativen Autopilot zu erkennen. Unsere Gedanken sind nicht DIE Realität. Vielmehr schafft jede und jeder ihre/seine EIGENE Realität. Und diese Realität kann so richtig kickn’, wenn du aus deinem passiven “Ich-bin-ein-Opfer-meines-Lebens”-Modus rauskommst!

Schau dir deine Gedanken an! Und dann lass sie los! So verlieren die negativen Bewertungen im Kopf ihre Überzeugungskraft. Super Tools dazu sind Meditation und Achtsamkeitsübungen. Zum Beispiel kann ein achtsamer Morgen mit Hilfe von Morgenritualen dein Leben positiv verändern. Sehe deine Möglichkeiten, denn du bist ein kickin’ Rockstar!

Kick it and fly high!
Eure Märy

Bildnachweis: Fotomaterial der Autorin

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Moin Meschuggis!

Moin Meschuggis!

Schön, dass du da bist! Ich bin Märy und schreibe hier über das Leben namens Achterbahn. Mit Zen und Gin durch Ups und Downs. Hamsterräder abmontieren und in eigenem Tempo Richtung Intuition, Resilienz und Lässig-Life. Wie das geht? Keine Ahnung. Aber lass uns mal 'nen Versuch starten.

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